Pflanzenschutz 2017-09-09T19:04:42+00:00

Pflanzenschutzmittel – und was zu bedenken ist

Pflanzenschutzmittel verbessen den Ertrag von Tomaten. Aber sie benötigen eine Zulassung.

Ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wären die Erträge der Landwirtschaft um etwa ein Drittel geringer, sagen Experten. Denn Schadorganismen, wie Fraßinsekten, infektiöse Pilze oder Schnecken, würden ansonsten vermehrt die Pflanzen schädigen. Oder unerwünschte Pflanzen würden das Wachstum der Nutzpflanzen behindern.

Frühe Pflanzenschutzmittel ohne Kenntnis der Nebenwirkungen

Der Pflanzenschutz selbst findet seit mehreren Jahrhunderten seine Anwendung. Forscher stießen zunächst auf pflanzliche Wirkstoffe, die gegen Schädlinge eingesetzt werden konnten, z.B. Nikotin aus Tabakblättern oder Pyrethrum aus Chrysanthemenblüten. Später wurden anorganische Salze und organische Chemikalien, wie Bleiarsenat bzw. Dinitro-o-kresol, angeboten. Allerdings wusste man anfangs noch nicht, dass diese Stoffe erhebliche Nachteile haben.

Pflanzenschutzmittel – gut wirksam und ohne Schädigungen

Denn Pflanzenschutzmittel werden zur Vernichtung oder zur Verminderung von Schadorganismen eingesetzt, d.h. sie müssen eine Wirkung gegen bestimmte Organismen haben. Bei ihrem Einsatz können deshalb auch Nutzpflanzen geschädigt werden. Und die Wirkstoffe können giftig für den Verwender sein. Weiterhin können unerwünschte Rückstände auf und in den Lebensmitteln verbleiben, die bis zum Verbraucher gelangen.

Bei den heutigen Pflanzenschutzmitteln gilt es daher, die richtige Balance zu finden – zwischen der gewünschten Wirksamkeit beim Einsatz gegen Schadorganismen und der Minimierung von schädlichen Auswirkungen in der Natur, beim Anwender sowie der Bevölkerung insgesamt.

Erst die Zulassung der Pflanzenschutzmittel, dann ihre Vermarktung

Damit dieser Aufgabenstellung ausreichend nachgekommen wird, hat der Gesetzgeber Regeln aufgestellt, die vom Inverkehrbringer zunächst eine behördliche Zulassung fordern. Auf europäischer Ebene werden Pflanzenschutzmittel hauptsächlich in der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1107/2009 geregelt. Gesetzliche Grenzwerte für Pestizidrückstände in Lebens- und Futtermitteln werden in der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 behandelt. Darüber hinaus finden nationale Gesetze Anwendung, beispielsweise in Deutschland das Gesetz zum Schutz der Kulturpflanzen (Pflanzenschutzgesetz – PflSchG), welches durch weitere Gesetze und Verordnungen ergänzt wird.

Vor der Vermarktung eines bestehenden oder neuen Pflanzenschutzmittels sind deshalb viele Vorschriften zu beachten. Letztendlich muss das Pflanzenschutzmittel durch nationale Behörden zugelassen sein. Und der zugrundeliegende Wirkstoff benötigt zuvor eine Genehmigung durch die Europäische Kommission –  nach wissenschaftlicher Bewertung des Dossiers durch die Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Es sind deshalb viele Studien zur Wirksamkeit und zur Darstellung der Sicherheit für die menschliche Gesundheit und die Umwelt erforderlich. Danach kann das Pflanzenschutzmittel zum Einsatz gelangen.

Expertise und genügend Ressourcen

Der Aufwand zur Genehmigung eines Wirkstoffs oder zur Zulassung eines Pflanzenschutzmittels ist daher erheblich, nicht nur finanziell sondern auch zeitlich. Und es werden Experten benötigt, die identifizieren (können), welche Tests erforderlich sind, deren Durchführung begleiten, die Ergebnisse erfassen und dann in einem umfangreichen Dossier zusammenstellen. Darüber hinaus sind Kontakte mit den zuständigen Behörden notwendig, um die richtige Vorgehensweise zu besprechen und nicht erforderliche Untersuchungen zu vermeiden. Wenn dann alles erfolgreich erledigt ist, wird das Pflanzenschutzmittel zugelassen und darf (weiterhin) verkauft werden.

Wenn Sie als Inverkehrbringer von Pflanzenschutzmitteln sowohl die Expertise als auch die erforderliche Anzahl der Fachkräfte haben, um diese Arbeiten zu erledigen, werden Sie wahrscheinlich diese Seite nicht lesen. Sollten Sie allerdings Unterstützung benötigen, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. ⇒ Kontakt